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Bindestrich oder Leerzeichen – kleiner Auffrischungskurs für Marketer

Weiße Straßenmarkierung

+++ Sie möchten alles Wichtige zum Thema Bindestrich erfahren, haben aber nicht viel Zeit mitgebracht? Dann sollten Sie jetzt gleich zur Kurzfassung der Bindestrich-Regeln weitersurfen. Allen anderen wünsche ich viele lehrreiche Momente bei der Lektüre dieses ausführlichen Auffrischungskurses für Marketer. +++

„Der Bindestrich ist ein sehr alltägliches Zeichen beim Schreiben“, stellt Fachbuchautor Christoph Prevezanos fest. In ein anderes Horn stößt Andreas Quinkert aus Duisburg. Der PR-Experte sieht den Bindestrich auf „Quinkert bloggt“ gar vom Aussterben bedroht. In seinem Blogartikel nimmt er insbesondere die bindestrichfaule SEO-Branche ins Visier. Und Monika Weissgerber rechnet in „Schreiben in technischen Berufen: Der Ratgeber für Ingenieure und Techniker“ mit der selbstverliebten Werbebranche ab. „Marketing- und Werbefachleute scheren sich nicht um Rechtschreibregeln, der Bindestrich (…) gilt als altbacken“, schreibt  sie. Die Nicht-Verwendung (oder falsche Verwendung) des Bindestrichs in zusammengesetzten Wörtern, ob nun absichtlich oder aus Unkenntnis, ist in Marketingkreisen leider Realität und lässt sich in Fachbüchern, auf Blogs und Webseiten in Myriaden von Fällen dokumentieren.

Sprachschach hat daher die wichtigsten Regeln zum Binde- bzw. Trennstrich in einem kleinen Auffrischungskurs für Marketer noch einmal zusammengestellt: Wann kann und wann muss laut Duden der Bindestrich in der deutschen Sprache gesetzt werden – und in welchen Fällen darf er nicht zum Einsatz kommen? Zuvor soll der Versuch einer Erklärung für die faktische Existenz des sogenannten Deppenleerzeichens im (Online-)Marketing unternommen werden. Ich geb’s zu: Auch ich bin von der heimtückischen Marketingkrankheit infiziert gewesen und habe in meinem Alltag als Suchmaschinenoptimierer Komposita gefühllos in ihre einzelnen Bestandteile aufgespalten und einfach unverbunden nebeneinander gestellt. Wie konnte ich beispielsweise nur Design Konzept statt richtigerweise Designkonzept oder Design-Konzept schreiben? Dabei meinte ich doch eine schriftliche Ausarbeitung zur Gestaltung einer Website und kein Design namens Konzept. Wie ein überflüssiges Leerzeichen einem Wort doch gleich eine andere Bedeutung verleiht.

Aber mittlerweile bin ich – auch dank des wohlmeinenden Rats eines Kollegen – auf dem Weg der Besserung und hoffe, bald wieder auf den Pfaden der richtigen Rechtschreibung zu wandeln. Dieser Blogbeitrag ist für mich ein wichtiger Bestandteil meiner Therapie, außerdem soll er Marketer dazu ermuntern, künftig in zusammengesetzten Wörtern – wo es angezeigt ist – zumindest den Bindestrich zu setzen. Hier klingt mir der Satz meines Deutschlehrers auf dem Gymnasium im Ohr: Errare humanum est, sed in errore perseverare turpe. Auf Deutsch: Irren ist menschlich, im Irrtum zu beharren jedoch ist schändlich.

Es ist aus sprachwissenschaftlicher Sicht interessant, wie viele verschiedene Schreibweisen existieren, um auszudrücken, dass man als Agentur oder Unternehmen Beratung in Sachen Onlinemarketing anbietet. Ganze sechs Möglichkeiten gibt es, diese aus drei Wörtern bestehende Verbindung zu schreiben. Raten Sie mal, welche drei Varianten nach den geltenden Rechtschreibregeln nur zulässig sind? Die Auflösung folgt am Ende dieses Artikels.

1.) Online Marketing Beratung

2.) Onlinemarketing Beratung

3.) Onlinemarketingberatung

4.) Online-Marketing Beratung

5.) Online Marketing-Beratung

6.) Online-Marketing-Beratung und

7.) Onlinemarketing-Beratung

Das Deppenleerzeichen in Komposita: Versuch einer Erklärung

Aber wie kam es dazu, dass ich und nicht wenige meiner Branchenkollegen den Bindestrich beim Schreiben bisher weitgehend ignoriert haben? Ich möchte mich in keinster Weise für meine bindestrichlose Vergangenheit rechtfertigen: Ein Verstoß gegen die Normen der deutschen Rechtschreibung ist und bleibt ein Verstoß.  Nur die Gründe, warum ich und andere so agierten (bzw. immer noch agieren) sollen dargelegt werden. Außerdem will ich zeigen, dass Sprache durch vielerlei Einflüsse einem steten Wandel unterworfen ist. Dazu tragen selbstverständlich auch Suchmaschinen und die mit ihnen interagierenden Suchmaschinenoptimierer bei. Eine interessante Diskussion zu diesem Thema wurde übrigens bereits im Heise-Forum unter dem Titel „Suchmaschinen nötigen zu Deppenleerzeichen“ geführt.

Es geht hier um ein für Online-Marketer essenzielles Thema, nämlich ob ein Keyword, das aus mehreren Wörtern zusammengesetzt ist, nun zusammen, getrennt oder mit Bindestrich geschrieben wird. Die entscheidende Frage lautet: Betrachtet Google Wörter wie Suchmaschinen Software, Suchmaschinen-Software und Suchmaschinensoftware tatsächlich als unterschiedliche Schlüsselwörter? Andreas Loell behauptet das in seinem „Weblog ABC“ jedenfalls und untermauert seine Aussagen durch die Angabe der Google-Rankings zu den entsprechenden Keywords. Zwar ähnelten sich die Resultate, die Reihenfolge sei aber dennoch verschieden. Ob eine Seite nun auf Platz eins, zwei oder zehn der Suchmaschinenliste landet, macht allerdings einen Riesenunterschied in puncto Besucherzahlen. Eigentlich unterscheidet Google nicht mehr zwischen Bindestrich und Leerzeichen, sodass jegliches Argument für eine Fehlschreibung entzogen wäre. Eigentlich.

Vor sehr, sehr langer Zeit suchte Google ein Keyword in einem Text genauso, wie es in den Suchschlitz der Suchmaschine eingegeben wurde. Online Beratung war damals nicht mit Online-Beratung gleichzusetzen. Wurden Wörter mit Bindestrich verbunden, wurden diese Begriffe von Google als ein Wort gewertet (siehe dazu auch die Diskussion in einem Google-Produktforum). Und da die Mehrzahl der Menschen bei der Eingabe von Mehrwort-Suchbegriffen nun einmal auseinander schreibt und sich auch nicht weiter um die Rechtschreibung schert, nahmen die Dinge ihren Lauf. Man war fixiert darauf, Schlüsselwörter exakt so in Texten zu verwenden, wie sie vom Keyword-Tool ausgegeben wurden.

Last but not least: Vielleicht liegt der Grund für die Existenz des Deppenleerzeichens im Marketing auch darin, dass es in der Werbe- und Marketingbranche von mehrteiligen Ausdrücken aus dem Englischen nur so wimmelt und deren grammatisch korrekte Behandlung – zumal in Kombination mit deutschen Wörtern – nicht jedem gleichermaßen vertraut ist, wie Schreibberaterin Nadja Buoyardane in ihrem Blogbeitrag über deutsch-englische Wortkombinationen und Klaus Mackowiak in „Die 101 häufigsten Fehler im Deutschen“ vermuten. Denn im Englischen werden Komposita in der Regel getrennt und ohne Bindestrich geschrieben (online marketing). Vielleicht ist ja auch ein bisschen Faulheit im Spiel („Den Fehler merken eh nur Korinthenkacker“) oder Selbstverliebtheit („Hauptsache es sieht gut aus!“), wie in der Einleitung bereits angeklungen. Auch eine missverstandene Rechtschreibreform wird nicht selten als Grund für die Verwendung des Deppenleerzeichens angeführt.

Was kann, was muss – die Bindestrich-Regeln

Bei den Regeln zum Bindestrich gilt im Deutschen ein simples Grundprinzip:

„Wörter, die zusammen einen Begriff bilden, werden gemäß der geltenden Rechtschreibung entweder zusammengeschrieben oder es wird ein Bindestrich gesetzt.“ (Klaus Mackowiak)

Der Bindestrich ist aber nur die Ausnahme, nicht die Regel. „Der Bindestrich dient in der deutschen Rechtschreibung dazu, unübersichtliche Zusammensetzungen zu gliedern und dadurch zur besseren Lesbarkeit beizutragen“, liest man hierzu in den Regelwerken. Lesbarkeit ist also der oberste Wert, wie auch Wolf Schneider in „Deutsch für Profis“ betont. In gewissen Fällen kann statt Zusammenschreibung also auch der Bindestrich zum Einsatz kommen, in bestimmten Fällen muss er stehen.

Die Kann-Regeln sind natürlich sehr flexibel handhabbar. Schneider rät, eine ungewohnte Zusammensetzung so lange mit Bindestrich zu schreiben, bis sie sich im Auge eingeprägt hat. Aber wer bestimmt, wann das der Fall ist? Kein Wunder, dass die Empfehlungen bei einzelnen Wörtern (Schreibung mit Bindestrich oder ohne) unter den Experten teilweise auseinandergehen. Manchen Sprachpuristen ist es ein Dorn im Auge, dass die Schreibung von Komposita mit Bindestrich immer mehr um sich greift (siehe hier).

Doch diese Feinheiten der deutschen Sprache wird die Mehrzahl der Online-Marketer weiterhin geflissentlich ignorieren, orientieren sie sich doch allein an den Google-Zahlen und den tatsächlich getätigten Eingaben. Und wenn diese zeigen, dass die Getrenntschreibung ohne Bindestrich, also Online Marketing, mit 210 Suchanfragen pro Monat eine höhere Nachfrage aufweist als Onlinemarketing, dann wird das Kompositum auch in Zukunft getrennt geschrieben.

Die Bindestrich-Regeln werden also nicht nur durch das grammatische Prinzip bestimmt (wie sind zusammengesetzte Wörter intern aufgebaut?), auch Sprachverständlichkeits-Forscher haben ein Auge auf den Bindestrich geworfen. So ist es zwar aus grammatischer Sicht nicht falsch, von einem Changemanagementexperten zu sprechen, aber natürlich würde bei diesem „Silbenschleppzug“ aus ästhetischer Sicht sofort der berechtigte Einwand kommen, dass das Schriftbild für den Leser zu verwirrend und Changemanagement-Experte bzw. Change-Management-Experte vorzuziehen seien.

Gehen wir nach den Vorerläuterungen nun in medias res. Folgende Fälle gilt es bei Zusammensetzungen im Deutschen zu unterscheiden:

  • Ein Bindestrich kann stehen:

a) bei unübersichtlichen oder schwer lesbaren Zusammensetzungen:

Beispiele:

das Desktop-Publishing (Desktoppublishing), die Shopping-Experience (Shoppingexperience), das Permission-Marketing (Permissionmarketing), das Affiliate-Marketing (Affiliatemarketing), der Inhaltsverwaltungssystem-Beauftragte (Inhaltsverwaltungssystembeauftragte).

Bei ungewohnten oder unübersichtlichen Zusammensetzungen sollte immer getrennt und mit Bindestrich geschrieben werden. Erst wenn sich, wie oben beschrieben, das Auge der Leser an ein Kompositum gewöhnt hat, kann man auch zusammenschreiben.

In Sachen Getrennt- oder Zusammenschreibung von Begriffen aus dem Englischen gelten die gleichen Regeln wie bei deutschen Verbindungen. Komposita aus Substantiven werden entweder zusammengeschrieben oder es wird der Bindestrich gesetzt.

Beachte: Zusammensetzungen, die auch in der englischen Sprache zusammengeschrieben werden, sowie geläufige Ausdrücke schreibt man aber in einem Wort, z. B. Brainstorming, Cashflow, Software, Hardware.

Substantivische Fremdwörter, die aus dem Englischen entlehnt sind und aus Verb und Präposition/Adverb gebildet werden, werden in der Regel mit Bindestrich geschrieben. Es ist auch möglich, sie zusammenzuschreiben: das Know-how (auch Knowhow), Pay-back (auch Payback), der Turn-around, das Check-in, der Spin-off.

b) wenn einzelne Bestandteile von Zusammensetzungen hervorgehoben werden sollen:

Beispiele: der Ist-Stand (möglich: Iststand), das Soll-Konzept (möglich: Sollkonzept), die Internet-Wirtschaft (möglich: Internetwirtschaft).

c) wenn in Zusammensetzungen drei gleiche Buchstaben aufeinander treffen:

Beispiele: die Trainee-Einarbeitung, die Prozess-Steuerung.

d) um Missverständnisse zu vermeiden:

Mittels eines Bindestrichs können auch Trennfugen in Zusammensetzungen markiert werden.

Beispiel: Online-Marketingseminar vs. Onlinemarketing-Seminar

 

  • Der Bindestrich ist ein Muss bei:

a) Kopplungen von englischen und deutschen Begriffen:

Kopplungen von englischen und deutschen Begriffen sind ein steter Fehlerquell, da hier Regeln aus beiden Kulturkreisen vermischt werden. Zwar können im Englischen – wie bereits gesagt – zusammengesetzte Begriffe ohne Bindestrich nebeneinanderstehen, nicht aber im Deutschen. Die Regel lautet, dass durchgekoppelt werden muss, wenn Entlehnungen aus dem Englischen mit deutschen Wörtern zusammengesetzt werden, das Grundwort also deutsch ist:

Beispiele: das Social-Media-Unternehmen, das Social-Media-Marketing, das Best-Practice-Beispiel, der Low-Budget-Kunde, der Key-Account-Manager, der Change-Management-Beauftragte, der Online-Marketing-Experte, die Conversion-Rate-Optimierung, die To-do-Checklisten, das After-Sales-Management, Display-Advertising-Netzwerk, Full-Service-Werbeagentur, White-hat-SEO, Online-Marketing-Know-how, das Corporate-Identity-Konzept, der Break-even-Punkt usw.

Nicht selten liest man folgende (falsche) Schreibweise im Netz: Social Media-Unternehmen.

Da die ersten beiden Wortbestandteile aus dem Englischen stammen und dort unverbunden nebeneinander stehen dürfen, wird der Bindestrich hier einfach weggelassen. Nur zwischen Media und Unternehmen wird gekoppelt. Heraus kommt ein soziales Medienunternehmen, das mit einem Social-Media-Unternehmen nichts gemein hat.

Alternativ ginge in zitierender Schreibweise übrigens auch „Social Media“-Unternehmen (mit Anführungszeichen). Aber so würde das in diesem Fall wohl keiner schreiben.

b) Zusammensetzungen mit Abkürzungen:

Beispiele: SEO-Agentur, SEO-Workshop, SEO-begeistert, PR-Journalist, SEM-Berater, GUI-Design, CM-System (Wer CMS-System schreibt, sollte sich den Artikel über das RAS-Syndrom nochmal durchlesen), US-amerikanischer Blog, EDV-gestützt, HTML-Regeln etc.

c) Zusammensetzungen aus in Ziffern geschriebenen Zahlen und Wörtern:

Beispiele:

  • Sie erhalten von uns ein 14-tägiges Reporting.
  • Über die 2-jährige Zusammenarbeit mit unserem Kunden freuen wir uns sehr.
  • Aber: eine 20%ige Steigerung der Sichtbarkeit; Ist die Ziffer mit einer Nachsilbe verbunden, fehlt der Bindestrich: 1000stel, 40%ige Quote etc.

d) der Verwendung des Bindestrichs als Ergänzungsstrich. In diesem Fall haben mehrere zusammengesetzte Wörter einen gemeinsamen Bestandteil, der nur einmal gesetzt wird. Anstelle des gemeinsamen Bestandteils steht in dieser Fügung ein Ergänzungsstrich.

Beispiele: E-Mail-Marketing und -Werbung, Share- und Like-Button, On- und Offpage-Optimierung, Affiliate-Konferenz und -Messe, Technik-, Content- und Linkaufbaukonzept.

  • Kein Bindestrich steht:

Verbindungen bei Fremdwörtern aus Adjektiv und Substantiv werden in der Regel getrennt geschrieben (kein Bindestrich!). Bei Getrenntschreibung sind beide Wörter groß. Laut Klaus Mackowiak ist auch Zusammenschreibung möglich, „wenn der Hauptakzent auf dem ersten Bestandteil liegt“. Beispiele: die Public Relations (selten: Publicrelations), das Joint Venture (unüblich: Jointventure), die Social Media, die Corporate Identity, das Jour fixe.

Und wie ist das bei Zusammensetzungen mit Markenbegriffen? Muss hier ein Leerzeichen stehen oder gelten obige Regeln analog? Laut offizieller Rechtschreibung müssen in Komposita auch hier die einzelnen Bestandteile durch einen Bindestrich getrennt werden. Allerdings kann man den Markenbegriff in Anführungszeichen setzen, also z. B. „Apple iPad“ -Nutzer anstatt Apple-iPad-Nutzer durchzukoppeln. Ob durch letztere Schreibweise u. U. Markenschutzrechte der Firma Apple verletzt werden, kann wohl nur ein Experte auf dem Gebiet beantworten.

Fazit

„Content is king“ predigen Online-Marketer seit geraumer Zeit landauf, landab. Doch dazu gehört auch, dass man seine Texte auf die richtige Schreibweise prüft. Nicht nur aus Gründen der Korrektheit, sondern auch damit die eigenen Texte richtig gelesen und verstanden werden. Streichen Sie daher das „Deppenleerzeichen“ aus Ihrem Vokabular. Wie man gute Texte schreibt und welche Tools es dafür gibt, erfahren Sie ebenfalls auf Sprachschach.

Achten Sie als Unternehmen trotz verschiedener Möglichkeiten der Schreibung zusammengesetzter Wörter (mit/ohne Bindestrich, zusammengeschrieben) auf eine gewisse Einheitlichkeit – selbst wenn ein Corporate-Wording-Manual in Ihrem Betrieb (noch) nicht existiert. Vermeiden Sie auf Ihrer Website und in Marketingmaterialien also unterschiedliche Varianten ein- und desselben Wortes, nur um unter Umständen auch für die einzelnen Wortbestandteile bei Google & Co. gefunden zu werden (z. B. Onlinemarketing-Beratung und Online-Marketing-Beratung).

Es gibt eine einfache Faustregel, um künftig in Sachen Bindestrichschreibung keine Fehler mehr zu machen: Der Bindestrich wird in Zusammensetzungen mit Ziffern, Abkürzungen und Einzelbuchstaben sowie zur Strukturierung langer, unübersichtlicher Einheiten verwendet. Er dient zur Vermeidung von Missverständnissen.

Übrigens: Die Schreibweisen 3, 6 und 7 sind die einzig sprachlich richtigen, also Onlinemarketingberatung, Online-Marketing-Beratung oder Onlinemarketing-Beratung.

 

Lesen Sie hier: Häufige Rechtschreibfehler: Was wir unbemerkt falsch schreiben! Außerdem: Warum richtige Rechtschreibung auch online sexy ist. Plus: Die witzigsten Suchanfragen bei Google!

 

Bild: Gratisography.com

Martin Stäbe

Veröffentlicht von

Auch wenn während des Studiums Zahlen im Mittelpunkt standen, gilt meine Leidenschaft neben der französischen auch der deutschen Sprache - vor allem in gedruckter Form. Ob als freier Journalist für die Zeitung meiner Heimatstadt Augsburg, als langjähriger Spielberichterstatter für den dortigen Bundesliga-Klub oder als Autor eines französischen Jugendmagazins: In meiner Freizeit drehte und dreht sich viel um das Thema Schreiben. Auch beruflich habe ich als Content Manager mit Texten zu tun, und zwar überwiegend mit Webtexten für Online-Shops. Schach kann ich zwar nicht spielen, dafür spiele ich umso lieber mit Sprache. Sprachschach bietet mir eine wunderbare Möglichkeit, mich in Sachen Rechtschreibung, Grammatik & Co. einmal so richtig auszutoben.Hier geht's zu meinem Xing- und Google+-Profil!

31 Kommentare

  1. Schöner Beitrag. Ein Hinweis und eine „Anregung“ seien gestattet: Die Auflösung unten korrespondiert nicht mit der Auswahl oben 😉 unten müsste es wohl richtig „Online-Marketing-Beratung“ heißen.
    Und nun zur Anregung, die eher typografischen Charakter hat: Diesem Blogpost könnte gleich ein zweiter folgen mit dem Thema, wie man richtig „Anführungszeichen“ erzeugt.

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    • Katharina Tuermer

      Danke, Joas, für den Hinweis mit der Auflösung! Ist verbessert worden. Bzgl. Anführungszeichen: Das ist der WordPress-Formatierung geschuldet. Schreibt man direkt ins CMS anstatt zunächst in Word, lässt es leider nur die hochgestellte Variante zu. Nun sollte es besser sein, oder? 🙂

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      • Sieht doch gleich viel besser aus 🙂 Wenn Du direkt in WP schreibst, kannst Du (beim Mac), wenn Du die Alt-Taste + „Circonflex / Grad-Zeichen“ direkt das richtige Zeichen erzeugen (Anführung, für die Abführung ist es: Alt-Taste + 2.

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        • Katharina Tuermer

          Das hat gerade bei einem ersten Test nicht geklappt (ich habe aber auch keinen Mac). Vielleicht weiß ja einer der anderen Leser Rat, wie das direkt im WP-CMS klappt. Danke aber für den Tipp, dass es prinzipiell möglich sein sollte! 🙂

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  2. Ein wirklich spannendes Thema, welches bei uns immer wieder zu Diskussionen führt. Allerdings ist es schade, dass der Artikel auf gefühlte 50 Seiten gedehnt wird. Weg von der guten Information zum Blabla. Die Rechtschreibfehler sind da noch das Sahnehäubchen. Es hat micht wirklich Überwindung gekostet, dies zu lesen. Allerdings war es mir auch wichtig. 1 und 3 waren richtig.. schön!

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    • Katharina Tuermer

      Hallo Anderas (?),
      danke für dein Feedback! Wir werden es uns zu Herzen nehmen. Auf der anderen Seite haben wir hier viele kurze Artikel, die die Grammatik auf einen Blick erklären. Da ist ein etwas längerer Artikel eine willkommene Abwechslung. Zumindest für uns!
      Es wäre super, wenn du die Rechtschreibfehler konkret benennst, so hat Martin die Chance, sie auszubessern!
      Danke! 🙂

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    • Martin Stäbe

      Hi Anderas,

      ich gebe gerne zu, dass mein Beitrag aufgrund seiner Länge für den ein oder anderen eine „Zumutung“ darstellt. Das hat mir beim Schreiben selbst auch einiges an Bauchschmerzen bereitet.

      Aber es war meine Absicht, das Thema möglichst umfassend zu behandeln und auch meine persönliche Perspektive einzubringen. Dabei habe ich leider Leser wie dich, die sich nur schnell die wichtigsten Informationen abholen wollen, vergessen. Aber wie Katharina schon gesagt hat: Wir haben auch viele kurze Artikel im Angebot. 😉

      Für die Zukunft werden wir uns dennoch überlegen, wie wir auch bei längeren Artikeln Leser mit wenig Zeit zufriedenstellen können. Vielleicht durch eine separate Kurzversion des Beitrags? Für Verbesserungsvorschläge haben wir immer ein offenes Ohr.

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  3. Pingback: Häufige Rechtschreibfehler: Was wir falsch schreiben - Sprachschach.de

  4. Vielen Dank für den sehr verständlichen und sehr richtigen Artikel, den ich auch überhaupt nicht zu lang, sondern von vorne bis hinten informativ und lesenswert fand! Ich setze zwar selten Deppenleerzeichen, aber es tut gut, die genauen Regeln noch einmal nachzulesen, anstatt sich – wie ich das normalerweise mit Erfolg tue – auf die Intuition (auch Sprachgefühl genannt) zu verlassen…

    Nur eine Anmerkung: beim Beispiel der Onlinemarketingberatung fehlen, wenn man’s genau nimmt, noch zwei Schreibweisen, sodass man insgesamt auf ganze neun verschiedene Varianten kommt. „Online Marketingberatung“ und „Online-Marketingberatung“ wären auch noch zwei denkbare Varianten. Enfin, je dis ça, je dis rien 😉

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    • Martin Stäbe

      Hallo Simone,

      merci beaucoup d’avoir tant apprécié mon article sur le trait d’union. 😉 Das spornt mich an, auch in Zukunft hin und wieder längere Artikel zu verfassen.

      Du hast recht, die zwei von dir genannten Schreibweisen habe ich tatsächlich „vergessen“. Ich habe sie nur deshalb nicht aufgeführt, weil sie einen anderen Sachverhalt ausdrücken: Marketingberatung im Internet vs. Beratung zum Thema Online-Marketing. 🙂

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      • De rien 🙂

        Die Problematik der unterschiedlichen Wortbedeutung, je nachdem, wo die einzelnen Bestandteile getrennt werden, habe ich auch schon gesehen. Und natürlich ist eine „Online-Marketingberatung“ nicht dasselbe wie eine „Onlinemarketing-Beratung“… 🙂 Allerdings – wenn ich hier mal wie mein Nach-Kommentator „klugscheißern“ darf – hat die von dir angeführte Version 5 „Online Marketing-Beratung“ denselben Sinn wie die beiden von mir genannten Varianten, und zwar, dass es sich um eine Marketingberatung im Internet handelt… Naja, ist ja auch egal!

        Auf jeden Fall finde ich es nämlich genau interessant darauf hinzuweisen, dass mit der ganzen Trennerei und wilden Bindestrichsetzerei der Wortsinn manchmal entstellt wird oder gar ganz abhanden kommt. Dies ist umso bedenklicher, als dass man beim Lesen und schreiben nicht hört, wie das Wort ausgesprochen wird, denn der Wortakzent kann solche Ambiguitäten oft aufheben. Siehe das bekannte (wenn auch nicht vom Bindestrich betroffene) Beispiel „Umfahren“ vs. „umfAhren“ 🙂

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  5. Ich will nur kurz etwas klugscheißern. Im Artikel heißt es, dass es „Ganze sechs Möglichkeiten gibt“ Onlinemedienberatung korrekt zu schreiben und zwar sind es die Möglichkeiten 3, 6 und 7.
    Und was ist eigentlich mit On-Line-Medien-Beratung?
    Genug geklugscheißert für heute. 🙂

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  6. Nachdem das Thema auch für mich durchaus eine „Herzensangelegenheit“ ist (und man einfach zu oft seltsame Schreibweisen sieht – auf jeder Art von Seite) habe ich meinen Senf auch mal zusammengeschrieben zu diesem Thema: https://www.kadder.de/2014/10/bindestrich-im-online-marketing/

    Meine Meinung: es sollte in den meisten Fällen die korrekte Schreibweise verwendet werden. Vielleicht führt das irgendwann auch dazu, dass die Nutzer auch bei der Eingabe der Sucherbegriffe etwas mehr Sorgfalt walten lassen und das „Problem“ dadurch gelöst wird 🙂

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    • Martin Stäbe

      Hallo Falk,

      vielen Dank für deinen Meinungsbeitrag zur Bindestrich-Problematik. Ich sehe das auch so wie du, dass wir als schreibende SEO-Zunft natürlich auch eine gewisse Verantwortung gegenüber unserer Sprache haben und wir die Leser unserer Webseiten auch an die richtige Rechtschreibung gewöhnen können/müssen. Aber wenn der eine Online Marketing Beratung, der andere Online-Marketing-Beratung und der dritte Onlinemarketing-Beratung schreibt, dann setzt sich doch beim Nutzer auch die Ansicht durch, hier sei alles gleich-gültig.

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  7. Hallo alle,

    sehr schöner Auffrischer zum Thema!

    Ich halte es ungeachtet dessen jedoch grundsätzlich und unabhängig aller Regeln mit dem ehernen – wenngleich ungeschriebenen – Gesetz:

    *** Markennamen werden nicht gekuppelt. Niemals. Nirgendwo. ***

    Grtx, Christian

    Antworten

    • Martin Stäbe

      Hallo Christian,
      danke für dein Lob! 🙂

      Darf ich fragen, ob du in einem Unternehmen arbeitest, in dem ihr Erfahrung mit diesem Thema habt? Warum dürfen aber laut dem ehernen Gesetz Markennamen nicht gekuppelt werden? Hat das auch etwas mit Ästhetik zu tun? Ich habe mich mal mit einem Grafiker darüber ausgetauscht und er hat ebenfalls gemeint, dass man in Zusammensetzungen mit Markennamen keinen Bindestrich setzen würde.

      Antworten

      • Hallo Martin,

        ich bin von Haus aus Werber (Konzepter, Texter) und habe für viele große Brands (Produkte, Unternehmen) arbeiten dürfen. Das eherne Gesetz des Nichtkuppelns hat seine Begründung in der Markenführung, genauer: im Markenschutz. Es gilt die hoheitliche Unantastbarkeit der Marke. Textlich spiegelt sich dies im Nichtkuppeln wieder. Der Designer sieht die Unantastbarkeit der Marke im per CD/Gestaltungsrichtlinien vorgeschriebenen Freiraum um das Logo herum bzw. in der uneingeschränkten Vorschrift „Never alter a logo!“ Dazu gehört neben grafischen und farblichen Veränderungen auch Stretchen o.ä. Eben jegliche Verfremdung oder Veränderung des Festgeschriebenen.

        PS
        Es gibt in CD-Richtlinien sowohl Vorschriften, die besagen, der Markenname darf nicht gekuppelt werden, ebenso wie es Richtlinien von Unternehmen/Marken gibt, die das Kuppeln zulassen. Das darf jede Instanz autonom für sich entscheiden, klar. Ich bin in dieser Sache jedoch grundsätzlich erst einmal kompromisslos restriktiv gepolt. Im Selbstverständnis eines Schutzbefohlenen der jeweiligen Marke.

        Antworten

    • Martin Stäbe

      Danke für deine ausführliche Erläuterung des Sachverhalts, Christian. 🙂

      Natürlich musst du als Werber die dir anvertraute Marke schützen und darauf achten, dass sie ihre Unterscheidungskraft behält. Und nicht etwa zum Gattungsbegriff wird (wie z. B. Tempo), mit dem jeder Sprachteilnehmer anfangen darf, was er will. Dann dürfte man bei Zusammensetzungen mit dem Markennamen Google strenggenommen eigentlich auch nicht koppeln? D. h. man müsste beispielsweise Google Analysetool und nicht: Google-Analysetool schreiben. Allerdings habe ich in einem Fachmagazin hierzu folgendes gelesen: „Dass Konzerne als Sprachpolizisten erfolgreich sind, darf jedoch bezweifelt werden. Denn die Sprache macht, was sie will.“ (Quelle: http://www.brandeins.de/archiv/2008/marketing/geheiligt-werde-dein-name.html). Werden solche unerlaubten Bindestrich-Schreibungen von den Markeninhabern eigentlich in der Praxis verfolgt?

      Antworten

      • Nein, verfolgen werden sie das nicht. Zumal sie nicht eingreifen könnten, sollte eine Zeitung kuppeln, obwohl der Brand das nicht will.

        Der Brand wird allerdings immer ein Auge darauf haben, dass sein Name und Logo nicht fehlgenutzt werden. Womöglich auch noch unauthorisiert kommerziell.

        Zu Deinem Beispiel – auch wenn ich die hauseigene Policy von google nicht kenne:

        Ja, ich pers. würde immer Google Analysetool schreiben. Schreibst Du – oder eine andere Quelle – Google-Analysetool, ist das jedoch nicht im Wortsinne falsch.

        Ich argumentiere hier – richtig – immer aus Markensicht.

        Ähnlich wäre es, wenn eine Company für sich festlegt, mein BRANDNAME wird in eigenen Publikationen immer und über versal geschrieben. Wikipedia zum Beispiel pfeift darauf und schreibt immer gemischt. Der Brand hat da keinen Einfluss drauf. Genauso wäre es bei einer Zeitung. Oder anderes Beispiel: Der Brand sagt, mein Markenname wird nicht dekliniert im Genetiv. Interessiert andere Medien nicht die Bohne ggf.

        Antworten

  8. Großartig! Ich bin als Texterin in meinen Agenturen auch immer und immer wieder gebeten worden, doch bitte die Bindestriche wegzulassen. Sieht doch ohne viel besser aus. 🙂
    Aber ich muss gestehen – die Fälle, wo tatsächlich „kein Bindestrich steht“ hatte ich nie so richtig verstanden… Der Beitrag war sehr hilfreich!

    Antworten

      • Ja, erst letzte Woche musste ich wieder an den Beitrag denken – Bindestriche scheinen echt kein gutes Ansehen zu haben. 😉 Und vielen Dank! Das freut mich sehr!

        Antworten

    • Martin Stäbe

      Hallo Nicola,

      vielen Dank für dein Lob! 🙂 Und sorry für die verspätete Antwort. Es freut mich, dass mein Beitrag dir etwas gebracht hat und du diesen Déjà-vu-Effekt hattest. Habe in deinem Blog gelesen, dass du dich u. a. für die Herkunft von Redewendungen interessierst? Dann solltest du bald mal wieder hier vorbeischauen. 😉

      Antworten

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  12. Grüße dich Katharina
    Herzlichen Dank für deinen Artikel zum Bindestrich. Bin gerade dabei ein Unternehmen zu gründen dessen Firmenname sich aus einem Adjektiv und einem Substantiv zusammensetzt. Als ich diesen ohne Bindestrich eintragen lassen wollte, teilte mir die IHK mit, daß sie ihn nur mit Bindestrich akzeptieren würde. Werd da kommende Woche mal mit den Grundregeln zum Bindestrich einmarschieren und ein bischen Aufklärung betreiben.

    Antworten

  13. Lustigerweise macht ihr in dem verlinkten Artikel über das „RAS-Syndrom“ ebensolche Fehler, wie sie hier beschrieben werden:

    „… die neben IBAN-Nummer (International Bank Account Number-Nummer) auch vom PDF-Format (Portable Document Format-Format) oder dem HTTP-Protokoll (Hypertext Transfer Protocol-Protokoll) spricht …“

    Antworten

  14. Pingback: Bindestrich, Abstand oder doch alleszusammen? | Das Supertext-Magazin

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