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Blau vs. blau: Klein- oder Großschreibung von Farben

Farbadjektive: Groß- oder Kleinschreibung?

In einem der Lieder, mit dem die österreichische Pop-Rock-Band Erste Allgemeine Verunsicherung (EAV) in ihrer Anfangszeit einen großen Erfolg feierte, heißt es: „Küss die Hand schöne Frau, Ihre Augen sind so blau/Blau, tirili, tirilo, tirila.“ Ist das Farbadjektiv „blau“ in diesem Fall groß- oder kleinzuschreiben? Wer die richtige Frage stellt, findet das leicht heraus.

Bei der Klein- oder Großschreibung von Farben ist zu klären, ob das Farbadjektiv substantivisch oder adjektivisch verwendet wird. Während bei einer Wendung wie „ins Grüne fahren“ aufgrund des Artikels das (ins = in das) sich problemlos auf eine Substantivierung schließen lässt, tauchen in Fällen wie: Ihre Augen sind so blau/Blau oder: Sie trug ein Kleid in blau/Blau oft Zweifel auf.

Hier kommt es nun auf die richtige Fragestellung an: Wie sind ihre Augen? Ihre Augen sind blau. Im ersten Fall ist blau daher kleinzuschreiben, da es als Adjektiv gebraucht wird. Sie trug ein Kleid in was für einer Farbe? Sie trug ein Kleid in der Farbe Blau. Fragt man „was?/ wessen? / wem?“, folgt Großschreibung bei Farben.

Außerdem lässt sich durch einen weiteren Test ermitteln, ob ein Farbadjektiv als Substantiv im Einsatz ist oder nicht. Denn nur vor einem Substantiv kann ein dekliniertes Adjektivattribut stehen. Also: Ihre Augen sind wunderschönes blau. Nein, das passt nicht. Richtig muss es heißen: Ihre Augen sind wunderschön blau. Hier wird wunderschön undekliniert als Adverb verwendet und blau kann daher kein Substantiv sein und ist dementsprechend klein zu schreiben.

Lesen Sie hier mehr: Groß- oder Kleinschreibung nach dem Doppelpunkt?

Bild: Gratisography.com

Martin Stäbe

Veröffentlicht von

Auch wenn während des Studiums Zahlen im Mittelpunkt standen, gilt meine Leidenschaft neben der französischen auch der deutschen Sprache - vor allem in gedruckter Form. Ob als freier Journalist für die Zeitung meiner Heimatstadt Augsburg, als langjähriger Spielberichterstatter für den dortigen Bundesliga-Klub oder als Autor eines französischen Jugendmagazins: In meiner Freizeit drehte und dreht sich viel um das Thema Schreiben. Auch beruflich habe ich als Content Manager mit Texten zu tun, und zwar überwiegend mit Webtexten für Online-Shops. Schach kann ich zwar nicht spielen, dafür spiele ich umso lieber mit Sprache. Sprachschach bietet mir eine wunderbare Möglichkeit, mich in Sachen Rechtschreibung, Grammatik & Co. einmal so richtig auszutoben.Hier geht's zu meinem Xing- und Google+-Profil!

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