Artikel
0 Kommentare

Gastartikel schreiben für Sprachschach: Meine 3 wichtigsten Learnings nach einem Jahr

Alte Schreibmaschine

Im Februar feierte Sprachschach mit einem Bücher-Gewinnspiel sein Einjähriges, nun bin ich an der Reihe. Zwölf Monate lange durfte ich an der Seite von Katharina das Projekt Sprachschach vorantreiben und mit dem Schreiben von Gastartikeln die stetig wachsende Leserschaft mit informativen Beiträgen rund um die deutsche Sprache versorgen. Mein Fazit: Der „Pas de deux“ war und ist für uns beide ein Gewinn: Mehr Klicks, mehr Besucher, mehr Spaß. Meine drei wichtigsten Learnings nach einem Jahr Sprachschach.

1. Das Rad muss nicht dauernd neu erfunden werden – es muss nur richtig in Schwung gebracht werden

Es gibt bereits unzählige Blogs im Internet, die sich mit Rechtschreibung, Grammatik & Co. beschäftigen, aber kaum Beachtung finden, da sie ein kümmerliches Dasein fernab der Sonnenplätze bei Google & Co. fristen. Wieso sollte man in solch einem Fall ein neues Pferd ins Rennen schicken, anstatt ein vielversprechendes Konzept tatkräftig zu unterstützen?

Nein, ich finde gemeinsam kann man mehr erreichen und vor allem schneller. Vorausgesetzt, die Chemie zwischen den Blogpartnern stimmt und die Verhältnisse sind geklärt, was bei uns beiden der Fall ist. Das Schöne an unserer Konstellation: Jeder bringt einen unterschiedlichen Erfahrungsschatz  mit, so dass wir uns bei der Arbeit für Sprachschach optimal ergänzen.

Wer also mit dem Gedanken spielt, einen Blog zu starten und nicht wirklich eine Nische besetzt, sollte sich mal im Freundes- oder Bekanntenumfeld umhören. Vielleicht betreibt ja jemand bereits eine Webpräsenz zu einem Thema, das einem ebenfalls am Herzen liegt und wo man sein Talent einbringen kann. Katharina und ich haben uns übrigens bei einem Branchen-Stammtisch in München kennengelernt.

Was heutzutage auch in der Blogosphäre vonnöten ist, ist nicht ein Mehr an Angebot, sondern ein Mehr an Qualität.

2. Sich gegenseitig motivieren treibt zu Höchstleistungen an

Ich habe schon einige Kollegen erlebt, die mit einem Blog gestartet sind, dann aber relativ schnell wieder die Segel gestrichen haben. Warum? Weil es die Arbeit zeitlich nicht mehr zugelassen hat. Und weil man nach acht oder neun Stunden Arbeit auch eine Extraportion Motivation braucht, um den inneren Schweinehund zu überwinden. Ist man aber zu zweit, kann man sich gegenseitig motivieren. Mit Gleichgesinnten ein Ziel zu verfolgen ist weitaus effektiver und macht doppelt so viel Spaß, wie ich finde.

Ja, und auch wenn es in der Beziehung zwischen mir und Katharina keine Rolle spielt: Natürlich gibt es auch bei einem Hobbyprojekt so etwas wie positive interne Konkurrenz, die das Niveau hebt. Ein guter Artikel des Partners spornt einen an, selbst auch diese Leistung zu erbringen. Ein Zitat des Weltfußballers Cristiano Ronaldo veranschaulicht das ganz gut: „Kann sein, dass Messi auch Teil der Motivation ist – wie auch andere Spieler, die das Niveau anheben, denn du arbeitest dafür, um besser zu sein als sie. Jede Konkurrenz dient zur Aufnahme der Motivation.“

3. Privates Bloggen bringt einen auch beruflich weiter

Mein Einsatz für Sprachschach ist nicht nur ein rein privates Vergnügen – es bringt mich auch beruflich als Redakteur in einer Agentur weiter. Zum einen, weil ich durch die Beschäftigung mit richtiger Bindestrichschreibung, Groß- oder Kleinschreibung usw. mich in puncto Orthografie & Grammatik fit gehalten habe. Zum anderen, weil ich lernen durfte, wie gewisse SEO-Techniken, denen man im Alltag etwas kritisch gegenübersteht, doch nachweislich wirken (Stichwort „Interne Verlinkung“). Und natürlich konnte ich durch das Schreiben von Gastartikeln mein Arbeitsproben-Archiv für künftige Arbeitgeber um mehrere, qualitativ hochwertige Beiträge aufstocken.

Mein Fazit

Ja, ich habe mir schon anhören dürfen, wieso ich mich so für einen Blog engagiere, der mir nicht gehört. Ich sollte doch mein eigenes Ding machen. Es ist ja im Grunde so: Ich schenke bzw. investiere etwas, erwarte dafür im Gegenzug aber nicht sofort eine konkrete Gegenleistung. Allerdings bin ich fest davon überzeugt, dass ich durch das Schreiben von Gastartikeln für Sprachschach nur profitieren kann und sich mein Engagement früher oder später bezahlt macht. Und außerdem hat mich die Mitarbeit bei Sprachschach dazu motiviert, seit rund sechs Monaten parallel auf meinem eigenen Blog als „Frankreich Fan“ Dinge abseits des Mainstreams in den Vordergrund zu rücken.

Lesen Sie hier Martins ersten Artikel für Sprachschach: Die Macht der Wörter: Warum man als Autor ein gutes Gehör für Sprache braucht.

Wollen Sie auch (Gast-)Autor für Sprachschach werden? Schreiben Sie mir (info[at]sprachschach.de)! Voraussetzung ist nicht etwa konkretes Wissen um die deutsche Grammatik, Rechtschreibung & Co., sondern Spaß und Interesse an Sprache.

Bild: Gratisography.com

Martin Stäbe

Veröffentlicht von

Auch wenn während des Studiums Zahlen im Mittelpunkt standen, gilt meine Leidenschaft neben der französischen auch der deutschen Sprache - vor allem in gedruckter Form. Ob als freier Journalist für die Zeitung meiner Heimatstadt Augsburg, als langjähriger Spielberichterstatter für den dortigen Bundesliga-Klub oder als Autor eines französischen Jugendmagazins: In meiner Freizeit drehte und dreht sich viel um das Thema Schreiben. Auch beruflich habe ich als Content Manager mit Texten zu tun, und zwar überwiegend mit Webtexten für Online-Shops. Schach kann ich zwar nicht spielen, dafür spiele ich umso lieber mit Sprache. Sprachschach bietet mir eine wunderbare Möglichkeit, mich in Sachen Rechtschreibung, Grammatik & Co. einmal so richtig auszutoben.Hier geht's zu meinem Xing- und Google+-Profil!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.