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Groß- oder Kleinschreibung nach dem Doppelpunkt?

Der Doppelpunkt, so klagt Sprachpapst Wolf Schneider in „Deutsch fürs Leben“, werde von einer wachsenden Zahl zumeist jüngerer Schreiber heute kaum noch genutzt. Dabei sollte er in jedem Absatz vorkommen, um einen Text dynamischer zu machen. Falls Sie nicht zur Gruppe der Doppelpunkt-Verweigerer gehören und sich gelegentlich die Frage stellen, ob nach einem Doppelpunkt groß oder klein weitergeschrieben wird, sollten Sie sich jetzt einige Minuten Zeit für die Lektüre dieses Artikels nehmen. Folgende drei Regeln müssen Sie sich einprägen:

1.) Folgt nach einem Doppelpunkt eine direkte Rede, ist immer Großschreibung angesagt – selbst wenn es sich dabei um keinen vollständigen Satz handelt.

Beispiel (vollständiger Satz): Er versprach: „Morgen werde ich mit dem Lernen beginnen.“
Beispiel (unvollständiger Satz): Sie rief: „Na endlich!“

2.) Kommt nach einem Doppelpunkt ein vollständiger Satz, muss ebenfalls großgeschrieben werden. Ein vollständiger Satz besteht mindestens aus einem Subjekt und einem Prädikat.

Beispiel: Die Regel beim Monopoly lautet: Jeder Spieler, der über Los geht, darf 200 Euro einstreichen.

3.) Klein schreibt man nach dem Doppelpunkt, wenn Wortgruppen oder Einzelwörter folgen.

Beispiel: Die Wünsche zum Geburtstag sind immer die gleichen: Glück, Gesundheit und Zufriedenheit.
Beispiel: Treffpunkt am Rathaus: gegen 10 Uhr

Eigentlich gar nicht so schwer, oder? Zu guter Letzt: Ein Substantiv nach einem Doppelpunkt wird natürlich immer großgeschrieben.

 

Lesen Sie hier mehr auf Sprachschach: Bindestrich oder Leerzeichen & 22 lustige Google-Eingaben, nach denen tatsächlich gesucht worden ist!

Martin Stäbe

Veröffentlicht von

Auch wenn während des Studiums Zahlen im Mittelpunkt standen, gilt meine Leidenschaft neben der französischen auch der deutschen Sprache - vor allem in gedruckter Form. Ob als freier Journalist für die Zeitung meiner Heimatstadt Augsburg, als langjähriger Spielberichterstatter für den dortigen Bundesliga-Klub oder als Autor eines französischen Jugendmagazins: In meiner Freizeit drehte und dreht sich viel um das Thema Schreiben. Auch beruflich habe ich als Content Manager mit Texten zu tun, und zwar überwiegend mit Webtexten für Online-Shops. Schach kann ich zwar nicht spielen, dafür spiele ich umso lieber mit Sprache. Sprachschach bietet mir eine wunderbare Möglichkeit, mich in Sachen Rechtschreibung, Grammatik & Co. einmal so richtig auszutoben.Hier geht's zu meinem Xing- und Google+-Profil!

2 Kommentare

  1. Pingback: Blau vs. blau: Groß- oder Kleinschreibung von Farben

  2. Sehr Hilfreich, Danke.
    Aber, … wie sieht es aus wenn vollständige und unvollständige Sätze inder Auflistung kombiniert werden?

    Antworten

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