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Komma bei Partizipgruppen am Satzende

Schreibtisch mit Apple PC

Folgende Frage erreichte uns (Titel der Diplomarbeit geändert):

Hallo liebe Sprachexperten,

habe eine „Kommafrage“ zu folgender Überschrift einer Diplomarbeit:

Arbeiten und Lernen an bayerischen Gymnasien – eine theoretische Abhandlung verbunden mit einer empirischen Studie an Münchner Gymnasien

Muss/darf vor dem Wort „verbunden“ ein Komma stehen? Evtl. auch mit Begründung.

Vielen Dank für Ihre Mühe.

 

Lieber F.,

Regel § 77 besagt über das Komma bei Partizipgruppen am Satzende:

„Zusätze oder Nachträge grenzt man mit Komma ab; sind sie eingeschoben, so schließt man sie mit paarigem Komma ein.“

Das gilt auch bei nachgetragenen Partizipgruppen am Ende des Ganzsatzes [§ 77(7)].

Allerdings besagt § 78:

„Oft liegt es im Ermessen des Schreibenden, ob er etwas mit Komma als Zusatz oder Nachtrag kennzeichnen will oder nicht.“

Dies betrifft u. a. Partizipgruppen [§ 78(3)].

Sie haben also die Wahl, ob Sie die Partizipgruppe als Nachtrag kennzeichnen (dann mit Komma) oder nicht (dann ohne Komma). Nachträge erkennt man daran, dass sie beim Sprechen durch eine deutliche Pause vom Rest des Satzes abgetrennt sind:

Arbeiten und Lernen an bayerischen Gymnasien – eine theoretische Abhandlung, [PAUSE] verbunden mit einer empirischen Studie an Münchner Gymnasien

Arbeiten und Lernen an bayerischen Gymnasien – eine theoretische Abhandlung [OHNE PAUSE] verbunden mit einer empirischen Studie an Münchner Gymnasien

P.S.: Verwenden Sie außerdem einen Halbgeviertstrich/Gedankenstrich statt eines Bindestrichs (– statt -).

 

Weitere Hilfestellungen finden Sie hier:

Bindestrich zwischen Eigennamen

Eins zu eins: Rechtschreibung

Komma bei Datumsangaben und Uhrzeit

 

Bild: Jeff Sheldon/Unsplash.com

Katharina Tuermer

Veröffentlicht von

Aufgewachsen in einer bayerischen Kleinstadt, in der (leider) wenig Bairisch gesprochen wird, nahe der Weißwursthauptstadt München entdeckte ich während meines Lehramtsstudiums die Linguistik für mich. Das Lehramtsstudium gibt es jetzt nicht mehr, die Linguistik ist geblieben. Im Sommer 2013 habe ich meinen Magister in der Linguistik, in DaF und der Lateinischen Philologie abgeschlossen und arbeite seither in der Onlinebranche. Der Blog und damit auch die Linguistik sollen bleiben. Weitere Infos über mich findet man auf Google+ und Twitter.

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